Howling Night // The new story about love and destiny
Story
  Kapitel 10
 
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Meine Gedanken überschlugen sich. Ich konnte noch immer nicht fassen, was Sam mir da erzählt hatte. Er … er floh 1738 aus London.
1738?
Ich wollte einfach nur noch aufspringen und davonlaufen, aber das würde Sam von mir erwarten und mich aufhalten. Würde er? Ich wusste nicht mehr, was ich denken und glauben sollte.
Erst als ich mich wieder richtig konzentrierte, nahm ich Sams Gesichtszüge wahr. Er sah erschrocken und erwartungsvoll aus. Wollte er, dass ich etwas zu seiner Geschichte sagte?
Nach einer langen Pause ergriff er das Wort und ich erschrak zutiefst. Er hatte sich nicht verändert, dennoch sah ich ihn nun verständlicherweise in einem ganz anderen Licht.
„Du bist ganz blass. Amanda, sag doch was.“
Ich spürte, wie mir Tränen in die Augen stiegen. Ebenso entbrannte in mir eine Wut, deren Ursprung ich nicht genau feststellen konnte. Ich sprang auf und ging zum Fenster. Draußen tobte ein Sturm. Blätter wurden hin- und hergerissen und die Bäume bogen sich gefährlich nahe zur Straße hin.
Ich schluckte die Tränen hinunter und versuchte, meine Stimme so wenig wie möglich zittern zu lassen.
„Was erwartest du von mir? Soll ich so tun, als ob das alles normal wäre, was du mir erzählt hast?“
„Natürlich nicht. Und … bis zu einem gewissen Punkt war es aber normal.“
Ich wirbelte herum und starre ihn an.
„Du kapierst es nicht, oder? Lass mich raten: Du wurdest von den Anderen beauftragt, mit mir abzuhängen, mich zu trösten und mir Vertrauen zu schenken, um mir irgendwann diese lächerliche Geschichte aufzutischen.“
Bei den Worten ‚lächerliche Geschichte‘ trat ein trauriger Ausdruck in Sams Augen.  Doch das kümmerte mich nicht. Ich war gerade erst am Anfang. Aber ich war nicht ganz bei mir. Es war, als würde jemand steuern, was ich sagte. Ich war von Sams Geschichte einfach total verwirrt.
„Denkst du wirklich, ich glaube diesen Quatsch? Wahrscheinlich soll ich mich als ‚Teufel‘ nun nicht mehr so alleine fühlen. Nein, oh nein! Ihr bringt mich nicht dazu! Soweit lasse ich es nicht kommen. Nichts, aber auch gar nichts, an mir ist in irgendeiner Art mit dem Teufel verbunden. Und auch deine ‚Ich-bin-ein-Werwolf-und-will-es-nicht-sein‘ – Geschichte wird mich nicht dazu bringen, dass ich mich als Teufel oder sonst irgendeine mythische Monsterfigur zu erkennen gebe.“
Die letzten Worte schrie ich fast. Aber im selben Moment tat es mir auch Leid. Sam kam von weit her, das hatte er zumindest gesagt, und ich wusste gar nichts über ihn.
Wie konnte ich ihn nur so derart beschuldigen?
„Es … es tut mir Leid“, flüsterte ich kaum hörbar, war aber sicher, dass er mich dennoch hörte.
„Ist schon in Ordnung“, sagte er und ich erschrak, als ich seine Stimme direkt neben meinem Ohr hörte. Er legte mir eine Hand auf die Schulter und ich zuckte zurück.
„Vielleicht hätte ich es dir doch noch nicht erzählen sollen. Ich weiß, es klingt unglaublich, aber es ist nun einmal wahr.  Daran kann ich nichts ändern.“
Ich sah ihn an und er wirkte sehr traurig. Langsam und vorsichtig umarmte er mich und obwohl ich Angst hatte, ließ ich es geschehen.
Durch seine Berührung verschwand meine Wut. Natürlich klang seine Geschichte unglaublich, aber tief in meinem Innern sagte mir eine Stimme, dass ich Sam glauben sollte.
Also tat ich es.
„Ich glaube dir“, flüsterte ich. Er lächelte, das konnte ich deutlich spüren.
Nachdem wir uns voneinander gelöst hatten, setzten wir uns aufs Bett und schwiegen eine Weile.
Meine Gedanken ordneten sich allmählich und mir wurde klar, dass meine Beschuldigung die einzige lächerliche Geschichte in diesem Raum war.
Warum sollte Sam mich anlügen? Warum sollte er so etwas erfinden?
Die Gedanken wurden nun von Fragen verdrängt.
Nun glaubte ich Sam, gar keine Frage. Aber das bedeutete, dass er ein Werwolf war. Ich wollte ihn mit meinen Fragen regelrecht bombardieren, wusste aber nicht, ob ich es tun sollte und konnte.
Also fing ich sanft und langsam an.  „Sam?“
Er drehte den Kopf. „Hm?“
Eine Pause folgte. Ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte. Er schien meine Anspannung zu spüren, wandte den Blick aber nicht ab, um sie mir zu nehmen. Seine Hand fand meine. Sie war warm.
„Was hast du, Amanda?“, fragte er leise.
„Es ist nur …“, setzte ich an. „Ich habe so viele Fragen an dich. Aber ich weiß nicht, ob dich das verletzen würde. Herjee, wo soll ich nur anfangen?“
Sam lächelte sanft.
„Frage alles, was du wissen willst. Ich bin froh, dass ich dir endlich die ganze Wahrheit erzählen kann.“
 




Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von fairytale-dream( ), 01.03.2011 um 20:33 (UTC):
ich schliesße mich der meinung von endless-passion an ^^
weiter weiter weiter!!!

Kommentar von Lauri( ), 12.02.2011 um 13:11 (UTC):
das is einfach toll <3 mach schnell weiter ♥

Kommentar von Dani( ), 12.01.2011 um 14:54 (UTC):
Danke meine Süße!
Es freut mich, dass es dir gefällt ♥♥♥

Kommentar von:12.01.2011 um 00:30 (UTC)
endless-passion
endless-passion
Offline

Neeein, du kannst doch nicht einfach hier aufhören.. *grummel* so, selbst schuld, jetzt musst du chap 11 so schnell wie möglich bringen!
Denn Kapitel 10 war schön geschrieben, ein Burzelbaum an Gefühlen & Sam ist so wundertoll - ah!
Weiter, weiter, weiter!
:) <3



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