Howling Night // The new story about love and destiny
Story
  Kapitel 7
 
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Als wir in mein Haus traten, hatte ich plötzlich furchtbare Bauchschmerzen. Die Ereignisse in der Schule saßen mir noch immer in den Gliedern und ich wünschte, dass dies alles niemals passiert wäre. Doch das war es und man konnte es nicht mehr ändern.

Sam half mir, mich aufs Bett zu setzen. Er sagte nichts, sah mich aber die ganze Zeit an. Er schien nachzudenken.

„Ich …“ Er brach ab.

Es herrschte Stille. Nur das Prasseln des Regens war zu hören und ein ferner Donner. Sam hatte Recht. Es würde ein Gewitter über uns hinweg ziehen.

Sam fand nun seine Sprache wieder.

„Ich werde kurz zu Pater Robins gehen. Vielleicht lässt sich noch etwas ändern.“

Ich wusste genau, wovon er sprach. Doch ich wollte gar nicht zurück in die Schule – nicht nach heute.

Sam ging, doch bevor er über die Türschwelle nach draußen in den Regen trat, warf er mir noch einen besorgten Blick zu.

Als er weg war, seufzte ich. Mein Gehirn arbeitete schneller und ich wusste jetzt, dass nicht einmal Sam den zu tief sitzenden Schmerz lindern konnte.

Die Bauchschmerzen wurden schlimmer und meine Augen füllten sich mit Tränen.

Keiner konnte mich leiden. Es war nicht einmal Abscheu, die die anderen für mich empfanden. Es war abgrundtiefer Hass und das machte mir Angst.

Wie weit würden sie in Zukunft gehen? Würden sie Grenzen überschreiten?

Nein!

Ich wollte nicht, dass es soweit kam. Ich würde es hier und jetzt ein für alle Mal beenden.

Entschlossen machte ich mich auf den Weg zum Fluss.

Der Regen prasselte auf mich herab. Der Donner kam einer Bombe gleich und die Blitze erhellten den rabenschwarzen Himmel.

Ich konnte nicht mehr klar denken. Ich konnte keinen einzigen klaren Gedanken mehr fassen. Das Innere meines Kopfes war in hellen Nebel gehüllt. Und ich versuchte, diesen Nebel mit bloßen Händen einzufangen.

Unmöglich – natürlich, aber ich hielt es für möglich und auch nötig.

Wurde ich verrückt?

Der Fluss kam in Sicht und ich lief schneller. Wenn Sam zurück in mein Haus kam und mich nicht fand, wie lange würde er brauchen, um mich zu finden?

Nun rannte ich.

Vielleicht wollte Sam mir wirklich helfen – doch nun begriff ich, dass er es nicht konnte.

Keiner konnte das. Und ich war die einzige, die mich aus diesem Schlamassel befreien konnte.

Am Ufer des reißenden Flusses blieb ich stehen. Mrs. Jones hatte mir früher immer verboten, im Fluss schwimmen zu gehen, denn er war sehr tief. Fast wie ein See. Und bei einem Unwetter gefährlich.

Ich kletterte auf einen hohen Baum und hangelte mich bis an die Spitze eines dicken Astes.

Nun war es also soweit. So würde es enden.

Tragisch.

Es hieß immer, man würde im Moment vorm Tod sein ganzes Leben vor sich sehen. Doch ich sah nichts. Noch ein Zeichen dafür, dass mit mir etwas nicht stimmte.

Ich schloss die Augen und ließ mich fallen.

Wenige Augenblicke später spürte ich, wie ich auf das harte, kalte Wasser knallte. Ich wurde sofort vom Strom heftig mitgerissen. Ich öffnete die Augen.

Das Wasser war trüb und ich konnte nichts erkennen. Selbst wenn ich wieder an die Oberfläche gewollt hätte, wäre das unmöglich gewesen.

Der Sog war so stark, dass ich immer tiefer gezogen wurde. Langsam füllten sich meine Lungen mit Wasser. Ich hustete und prustete, aber dadurch gelangte nur noch mehr Wasser in meine Lungen.

Nun ließ ich es geschehen. Es war so einfach.

Ich wurde schwächer, meine Sicht dunkler.

Schließlich fand ich mich in einem weißen Raum wieder. Was war hier bloß los?

Sollte das etwa der Himmel sein? Welch eine Enttäuschung für Pater Robins – wenn er das wüsste.

Doch ich wurde wieder einmal eines Besseren belehrt. Aus dem Nichts kam eine Frau auf mich zu.

Es war Mrs. Jones.

Ihr graues Haar war kunstvoll hochgesteckt und sie trug ein langes weißes Kleid.

„Mrs. Jones, was tun Sie hier? Was tue ich hier?“

Sie sah mich traurig an. „Bitte, meine liebe, kleine Amanda. Tu es nicht.“

„Was denn? Wo bin ich hier?“

„Du darfst nicht sterben“, flüsterte sie.

„Es ist zu spät. Ich bin schon längst …“ Oder doch nicht? Lebte ich noch?

„Mrs. Jones. Bitte sagen Sie mir doch, was hier los ist.“

„Hüte dich vor den Wölfen.“

Mit diesen Worten löste sie sich in Luft auf.

Als Nächstes sah ich wieder das Wasser. Doch ich wurde schwächer.

Das Letzte, an das ich mich erinnerte, war ein Gesicht.

Das Gesicht eines Wolfes.

 




Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von:16.04.2010 um 11:42 (UTC)
agent-chuchu
agent-chuchu
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"Weiterschreiben, weiterschreiben!", riefen alle und Dani konnte nichts Anderes tun, als dem Wunsch zu folgen :-)

Kommentar von:12.04.2010 um 19:57 (UTC)
emma-watson-xd
emma-watson-xd
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ja wie gehts es weiter*biber**zitter*....

Kommentar von:01.04.2010 um 17:35 (UTC)
nothing-but-popularity
nothing-but-popularity
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Oh Gott, wie spannend! Ich will wissen, wie es weitergeeeehhht

Kommentar von:01.04.2010 um 15:59 (UTC)
vampires-blood
vampires-blood
Offline

Oo das ist sooo cool. schreib ganz schnell weiter : D <3



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