Howling Night // The new story about love and destiny
Story
  Kapitel 8
 
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Kapitel 8

Es war beinahe wie ein Traum. Ein Albtraum. Um mich herum kreisten fünf Wölfe. Ihre Blicke waren ausgehungert. Ich kauerte mich auf dem Boden zusammen, erfüllt von Angst.

„Hüte dich vor den Wölfen“ hatte Mrs. Jones gesagt. Sollte ich dem Glauben schenken? Welche Wölfe meinte sie?

Doch vielleicht war sie auch nur ein Hirngespinst gewesen – passend für meine Situation im Wasser.

Langsam verschwanden die Wölfe und ich fühlte, wie ich in das Hier und Jetzt hinein gesogen wurde.

Eine Menge Wasser machte sich in meiner Lunge bemerkbar – und ich hustete und würgte. Ich drehte den Kopf zur Seite und spuckte das Wasser aus. Nun spürte ich einen heftigen Druck auf meinen Rippen – einen regelmäßigen Druck. Gerade so, als würde mich jemand wiederbeleben wollen.

Doch das wollte ich nicht.

Deshalb war ich doch überhaupt in den reißenden Fluss gesprungen. Ich wolle nicht mehr leben.

Langsam öffnete ich die Augen und blickte in das Gesicht von Sam. Seine Miene war erfüllt von Entsetzen.

„Amanda! Was tun Sie denn da?“

Was sollte das nun wieder? Verfolgte er mich?

Als ich sprach, war meine Stimme leise und heiser.

„Was tun SIE denn da?“

Er legte mir einen Finger auf die Lippen. „Nicht sprechen.“

Einen Moment lang schwieg er. „Wieso tun Sie das nur, Amanda?“, flüsterte er. Seine Stimme war voller Schmerz.

Anstatt zu antworten, sah ich mich um – soweit das möglich war. Immerhin lag ich auf dem Boden. Ich hörte das Rauschen des Flusses, aber es regnete nicht mehr.

Ich lag am Ufer des Flusses, auf dem schlammigen, nassen Boden. Ein Donner ertönte und ein Blitz durchzuckte den Himmel.

Sam strich mir sanft mit der Hand über die Wange. Mein Atem ging schnell.

Sam hob mich vorsichtig hoch und ich verbarg mein Gesicht in seinem Sweatshirt.

Ich wusste nicht, ob es Scham war, aber ich fühlte mich nicht wohl. Immer wieder, wenn so etwas passierte, tauchte Sam auf, um mich zu beschützen.

War das Schicksal?

Wenn es wirklich so sein sollte, dann konnte ich nicht davor weglaufen. Und das wollte ich auch gar nicht – nicht mehr.

Bis wir in meinem Haus ankamen, sagte keiner etwas. Erst als mich Sam auf mein Bett legte und sich setzte, brach ich die Stille.

„Woher wussten Sie, wo ich bin?“

Sein sorgenvoller Blick traf mich mit voller Wucht und ich hatte sofort ein schlechtes Gewissen.

Sam rückte näher zu mir und legte seine Hand auf meine.

„Wieso nur? Wieso hast du das getan?“

Ich war verwundert. Warum duzte er mich plötzlich? All meine Verzweiflung, die ich vor meiner Tat gespürt hatte, war wie verflogen. Sie wurde von Ungläubigkeit überschattet.

Woher hatte er gewusst, wo ich war? Und wie hatte er es geschafft, mich zu retten?

Ich richtete mich auf und bemerkte plötzlich, dass ich heftig zitterte. Auf meinen Armen bildete sich eine Gänsehaut. Sam schien es ebenfalls zu bemerken, denn er streifte sein Sweatshirt ab und zog es mir über den Kopf.

Dann drückte er mich fest an sich.

Ich dachte immer noch angestrengt nach. Wie war es nur möglich, dass ich noch lebte?

Sam schien auch nachzudenken.

Aber über was?

Schließlich nahm er mein Gesicht in seine Hände und blickte tief in meine Augen.

Dieser Blick ließ mein Herz erweichen. Ich konnte nicht anders.

Ich beugte mich vor und küsste Sam.

Zuerst konnte ich nicht glauben, was ich da tat, doch ich ließ mich völlig von dem Gefühl einnehmen.

Sam erwiderte den Kuss. Seine Lippen waren ganz weich und warm. Dieses wunderbare, unbeschreibliche Gefühl durchzuckte meinen ganzen Körper und ich legte die Arme um Sams Hals.

Nach einer gefühlten Ewigkeit lösten wir uns voneinander.

Ich senkte den Blick und biss mir auf die Unterlippe.

„Tut mir Leid“, murmelte ich, obwohl es mir ganz und gar nicht leid tat.

Ich sah ihm in die Augen und er lächelte.

„Es muss dir nicht leid tun.“

Nun lächelte auch ich.

Sam fuhr mit der Hand durch mein nasses Haar. Sein Lächeln verschwand.

„Amanda, warum hast du das getan?“

Ich war verwirrt. Sollte ich mich getäuscht haben? Aber er hatte den Kuss doch erwidert.

„Na ja, ich schätze mal … aus Instinkt oder wie auch immer.“

Er sah mir tiefer in die Augen, als wollte er aus meiner Seele lesen.

„Ich meine nicht den Kuss.“

Aber natürlich!

Immer versuchte er aus meinen Verhaltensweisen schlau zu werden. Doch er konnte es einfach nicht verstehen. Niemand konnte verstehen, warum ich in den Fluss gesprungen war.

„Das verstehst du nicht.“

Sein Blick flehte mich geradezu an.

„Dann erkläre es mir doch.“

Ich verbarg mein Gesicht in den Händen. „Ich kann nicht.“

Sam zog sanft meine Hände weg.

„Doch, das kannst du. Du bist sehr stark.“

Eine einzige Träne rollte über meine Wange und die Verzweiflung kehrte zurück.

„Ich bin nicht stark. Ich bin schwach! Warum sonst wollte ich genau so aus dieser Situation entkommen? Ich bin ein Nichts!“

Er jetzt bemerkte ich, dass ich beinahe schrie und mir Tränen über die Wangen rollten. Plötzlich war ich so wütend – wütend auf mich selbst.

Ich sprang auf.

Sofort wurde mir schwindelig und ich fiel fast hin. Doch im letzten Moment bekam ich die Fensterbank zu fassen.

Mein Umfeld war verschwommen, doch ich konnte deutlich den Regen sehen.

Aus irgendeinem Grund machte mich der Regen noch wütender.

„Verdammt nochmal“, zischte ich und stützte meinen Kopf auf meinen Händen ab.

Die steinerne Fensterbank drückte schmerzend auf meine Ellenbogen – doch es kümmerte mich nicht.

Wieso war ich nur hier? Ich wollte es doch beenden! Der Schmerz sollte verschwinden.

Mein Kopf war völlig leer.

Wieso war ich hier? Amanda, erinnere dich!

Der Gedanke explodierte in meinem Kopf wie eine Bombe.

Ich wirbelte herum.

Sam saß immer noch auf dem Bett und starrte mich an.

Sein Blick war schwer zu deuten. Vielleicht glaubte er, dass ich verrückt geworden war.

Ich glaubte es beinahe selbst.

Doch endlich hatte ich die Lösung gefunden: Sam.

Er.

Es war seine Schuld, dass ich noch hier war.

„DU!“, schrie ich und ging auf ihn zu. „Es ist deine Schuld! Ich wollte all das beenden, aber du … Wieso? Findest du es lustig, mich leiden zu sehen?“

Auf einmal stand er vor mir und drückte mich an sich.

Ich versuchte mich loszureißen, aber Sam war zu stark – ungewöhnlich stark.

Er hielt mich so fest, dass mir fast die Luft wegblieb.

„Niemals“, flüsterte er in mein Ohr. „Niemals würde ich es lustig finden, irgendjemanden leiden zu sehen. Am allerwenigsten dich. Und so wie du gerade reagierst … Das bist nicht du. Befreie mich davon.“

Ich begann zu schluchzen. Natürlich hatte er Recht.

„Aber wieso? Wieso willst du mich ständig beschützen?“

„Weil … Weil ich dich liebe.“
Meine Augen weiteten sich.

Ich konnte einfach nicht glauben, was ich da gerade gehört hatte.

In meinem Kopf drehte sich alles. Der heutige Tag war zu viel für mich gewesen. Erst die Schule, der Fluss, Sam, der mich gerettet hatte, dieser Wutausbruch und …

Alles wurde schwarz.






Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von:11.05.2010 um 16:29 (UTC)
die-wolkenmagierin
die-wolkenmagierin
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Super Wendung! Ich hätte nie gedacht, dass Amanda Sam küssen würde ... Weiter so!!

Kommentar von:30.04.2010 um 10:19 (UTC)
vampires-blood
vampires-blood
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Es ist atemberaubend schön geworden ♥
Ich liebe diesen Kapitel seeehr.
<333 schreib gaaanz schnell weiter ♥
Nicht faul werden )*hahahaha*

Kommentar von:26.04.2010 um 16:29 (UTC)
emma-watson-xd
emma-watson-xd
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jaa nothing-but-populartity hat recht *schwärm*hamma

Kommentar von:25.04.2010 um 17:36 (UTC)
nothing-but-popularity
nothing-but-popularity
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Ahhh, ich LIEBE das Chap total! So ein Traumpaar *träum*



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